Schönen Sommer wünscht Peter Kranz.

Interview erschienen am 28.12.2009 in der OSTSEE-ZEITUNG:

MV IST EIN LAND FÜR´S LEBEN

Journalist wirbt für Nordosten

Er ist Redakteur beim heute-journal, stammt aus Grevesmühlen und ist ab Januar das neue Gesicht der Kampagne „MV tut gut“: Peter Kranz

Grevesmühlen (OZ) - OSTSEE-ZEITUNG: Die Kampagne „MV tut gut“ hat ein neues Gesicht, und das stammt aus Grevesmühlen. Wie sind Sie zu dieser Aufgabe gekommen?

Peter Kranz: Ich bin gefragt worden, ob ich mir diese Aufgabe vorstellen könnte. Da der bisherige Projektleiter nach Berlin geht, hat man gesucht und ist dabei offensichtlich auf mich gekommen.

OZ: Als gebürtiger Mecklenburger?

Kranz: Als gebürtiger Mecklenburger, aber wohl auch in Erinnerung daran, dass ich viele Jahre beruflich in Mecklenburg-Vorpommern unterwegs war.

OZ: Wo leben sie heute?

Kranz: Wir leben heute in Wiesbaden, in Hessen. Ich arbeite in Mainz, in Rheinland-Pfalz, pendle täglich zwischen den Bundesländern über den Rhein — seit fast zwei Jahren.

OZ: Was verbindet sie heute mit Mecklenburg?

Kranz: Mecklenburg-Vorpommern ist meine Heimat. Ich wurde in Grevesmühlen geboren, ging hier zur Schule. Meine Mutter lebt in der Stadt. Familie und Freunde verbinden mich mit dem Land, aber auch die Liebe zur Ostsee, zur Weite der Landschaft. Wo ich auch gearbeitet oder gelebt habe, in Berlin, Potsdam, Mainz oder Wiesbaden — die Weite des Nordens zieht mich immer wieder an. Als ich auf die Kampagne angesprochen wurde, ließ mich dies nachdenken, auch wegen privater Bindungen. Und ich habe gesagt: Jawohl, ich komme zurück.

OZ: Das lässt darauf schließen, dass wir Sie künftig wieder öfter in Mecklenburg und in Grevesmühlen sehen werden?

Kranz: Das wird so sein, wenn man auch nicht mehr so oft von mir „hört“. Viele verbinden meine Stimme mit Berichten im ZDF, zuletzt im heute-journal. Ich werde nicht so TV-präsent sein. Aber ich möchte mit der Arbeit für das Landesmarketing MV Ideen umsetzen und Gesicht zeigen — das ist sehr spannend und reizvoll.

OZ: Ein Blick zurück, Sie haben 1989 das Abitur an der EOS Thomas Mann in Grevesmühlen abgelegt. Wie wurden Sie Journalist?

Kranz: Nach dem Abitur war ich kurzzeitig bei der NVA, bin aber schon im September 89, also ziemlich schnell wieder weg. Beim Sender Schwerin von Radio DDR traf ich auf einen wunderbaren Chef, der sehr bürgerlich dachte und offen für mich war. Er sah mich wohl als Talent, denn er sagte: „Kommen Sie mal her, wir schauen uns das mal an.“ Das war kurz bevor Honecker zurücktrat und der Umbruch auch die DDR-Medien erreichte. Junge, unbelastete Reporter wie ich konnten alles machen. Ich habe seither immer gearbeitet.

OZ: Aber nicht nur in Mecklenburg?

Kranz: 1991 bot mir RSH die Korrespondentenstelle in Schwerin an, 1993 fragte mich Antenne MV, ob ich Lust hätte, den Sender mit aufzubauen. Ich hatte Lust und bin heute noch stolz darauf, dass der Laden läuft. 1997 meinte ein Kollege vom ZDF in Schwerin, jetzt müsse ich endlich mal Fernsehen lernen.

OZ: Das klingt nach einer steilen Karriere.

Kranz: Naja. Es ging halt immer weiter und irgendwann merkte ich, dass ich noch nicht studiert hatte.

OZ: Es hat ja offensichtlich auch ohne Studium funktioniert.

Kranz: Stimmt. Man traute mir zu, Verantwortung zu tragen und ich durfte mich entscheiden, was ich machen wollte. Das empfand und empfinde ich als großes Glück. Heute kann ich sagen, ich bin seit 20 Jahren Journalist.

OZ: Wenn man für das heute-journal arbeitet, schaut man dann auch noch auf das, was in Grevesmühlen passiert?

Kranz: Ja, wenn auch nicht jeden Tag. Von meiner Mutter höre ich natürlich, worüber in der Stadt diskutiert wird. Sie ist sehr gut „vernetzt“. Ich sehe und lese eher, was in Mecklenburg-Vorpommern und in ganz Ostdeutschland passiert, was sich entwickelt.

OZ: Wann hatten Sie das letzte Klassentreffen in Grevesmühlen?

Kranz: Mit meiner Abiturklasse. Das ist Jahre her. Seitdem leider nicht mehr.

OZ: Wenn Sie die Entwicklung ehemaliger Mitschüler sehen, die Wende hat doch deutliche Spuren hinterlassen.

Kranz: Einige sind in der Gegend geblieben. Viele sind Richtung Westen gezogen, haben dort Beruf und Familie.

OZ: Ist vielleicht auch das mit ein Grund, weshalb Sie sich in der Kampagne „MV tut gut“ engagieren, um die Menschen wieder zurück ins Land zu holen?

Kranz: Ja, wenn das ginge, wäre es schön. Mecklenburg-Vorpommern ist ein großartiges Land. Davon allein aber können wir uns noch nichts kaufen. Es geht dem Landesmarketing darum, zu zeigen, dass MV ein Land fürs Leben ist. Dass es sich, trotz aller Probleme lohnt hier zu studieren, hier zu investieren, hier Ideen umzusetzen. Ich durfte mich in der Welt umschauen. Ich war für das ZDF in halb Europa unterwegs, darüber hinaus in Kairo und in Washington. Jede Region steht im Wettbewerb um Zukunft und Ideen. Ich hoffe einfach, dass ich für MV meine Erfahrungen einfließen lassen kann.

OZ: Sie sind Ehrenmitglied beim Grevesmühlener Heimatverein und Mitglied beim FC Hansa Rostock. In Sachen Fußball blutet einem Fan im Moment ein bisschen das Herz, oder?

Kranz: Hansa ist ein Klub, mit dem man leiden muss. Da geht einem das Herz auf, wenn es läuft und dann gibt es Phasen, in denen man den Jungs am liebsten zeigen möchte, wie Fußball geht. Ich glaube an Hansa. Rostock ist noch lange nicht in der dritten Liga.

Interview:

MICHAEL PROCHNOW

Artikel im Nordkurier vom 13. Januar 2010

Bekenntnis zu ,,MV tut gut''

 
Von Marlis Tautz

Schwerin. "MV tut gut" und dabei soll es vorerst möglichst bleiben. Das sagte Peter Kranz gestern bei seiner Vorstellung als neuer Leiter der Projektgruppe Landesmarketing in der Staatskanzlei in Schwerin. Der Journalist, der mit dem Privatsender Antenne MV bekannt geworden war und lange für das ZDF in Mainz gearbeitet hatte, ist nach 15 Jahren in sein Heimatland zurückgekehrt, um künftig bundes- und weltweit für dessen Vorzüge zu werben. Sechs Jahre nach Gründung der Projektgruppe Landesmarketing zieht es seinen Vorgänger Bernhard Gläss in die Bundeshauptstadt, wo er in der Landesvertretung arbeiten will.

"Es sind große Fußstapfen, in die ich trete", sagte Peter Kranz. Er wolle mit neuen Ideen neue Sympathien für die Marke Mecklenburg-Vorpommern wecken, die mit dem Strandkorb seit G8 in Heiligendamm 2007 ein ideales Aushängeschild gefunden hat. Das Versprechen "MV tut gut" und die Betonung von Stärken des Küstenlandes gehören seiner Ansicht nach dazu. Der Landestourismusverband hatte im vergangenen Jahr mit Verweis auf entsprechende Umfrageergebnisse Zweifel an der Popularität des Spruchs angemeldet und eine Überarbeitung angeregt. Bernhard Gläss verwies auf die Ansicht von Marketingexperten, wonach ein Werbeslogan mindestens zehn Jahre Zeit brauche, um sich im Publikum durchzusetzen.

Sein Nachfolger Peter Kranz warf nun die Frage auf, ob und wie eine andere Formulierung Wirkung erzielen könnte, "MV oder Meck Pomm? Meck ist für mich eine Verbilligung des Begriffs, die ich nicht möchte", sagte er. Allerdings will er in dieser Frage die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Prüfung des Landesmarketings abwarten. Sie sei an der Universität Rostock in Arbeit. Ergebnisse seien im späten Frühjahr zu erwarten.

Für die Projektgruppe Landesmarketing arbeiten neben dem Leiter fünf Mitarbeiterinnen. Nach Auskunft von Reinhard Meyer, Leiter der Staatskanzlei, standen für ihre Arbeit in den vergangenen Jahren jeweils rund 1,5 Millionen Euro zur Verfügung, hinzu kommen 300 000 Euro für die Werbekampagne "Studieren mit Meerwert".

Der berühmte Strandkorb, dessen Bild 2007 mit den Regierungschef der G8-Staaten von MV aus um die Welt gegangen war, soll in diesem Jahr übrigens als Botschafter für Deutschlands schönen Norden zur Weltausstellung Expo nach Shanghai reisen.

IBIZA SUCHT DIE RUHE

Die "Isla Blanca" kommt langsam weg vom Party- und Drogenimage

Ibiza,  die Insel der unendlichen Nächte ist ruhiger geworden. Seit die Inselregierung Ernst macht und ihren Plan, aus der “Isla Blanca” ein zweites Edel-Mallorca zu machen, umsetzt, haben die Nächte Enden.
Punkt sechs Uhr herrscht Stille auf dem Eiland. Zumindest für zwei Stunden. Dann darf die "After Hour" gefeiert werden. Ab 8 Uhr - zum Beispiel in einer Bar in der Calle de la Virgen, im Herzen der Altstadt der Inselhauptstadt Eivissa. Dennoch sind die Zeiten einer ganzen Party-Inselkultur mit Durchtanzen bis zum Mittag vorbei. Denn wer treibt sich zwei Stunden lang umher, bevor es auf die nächste Party geht? Die Insel findet ins Bett, wenn auch längst nicht immer ins eigene. Erwachsener, kulturvoller, weniger schlecht beleumundet - das soll eine Wirkung sein. Und tatsächlich scheint das Jahr 2009, auch eines endlosen Sommers wegen, wieder besser zu laufen, für die Bar- und Kneipenbesitzer, die die Riesen-Diskotheken am Hafen von Eivissa oder an der Strasse nach San Antonio. Hollands DJ-Superstar Tiesto entert die Montagnacht im "Privilege", legt Trance und House auf und läßt sich von Tausenden feiern. Manche kommen nun schon kurz nach Mitternacht - ungewöhnlich früh für die Insel. Die Folgen der neuen Regelungen waren schon im letzten Jahr zuweilen komisch. So bewarb der Riesenclub “Space” seine berühmte “Matinee”, die zuvor in den frühen Sonntagmorgen-Stunden im Sand vor Plaja de en Bossa stattfand, als Abendparty. Beginn: Um 18 Uhr und dann die Nacht hindurch bis 6 Uhr. Rasend gelbe Bändchen wurden verteilt, die bis 20 Uhr freien Eintritt versprachen. Das musste der geübte Ibiza-Space-Abtänzer erst einmal verkraften. Es scheint sich eingespielt zu haben. Das Space feiert sich in diesem Jahr, dem 20. seit Eröffnung 1989.  
Partypeople auf Ibiza
Partypeople auf Ibiza

Der Zauber vergangener Zeiten blüht oft noch im Privaten. Die Zeiten der riesigen Raves und Mega-Partys sind nicht vorbei, aber es kommt doch alles verhaltener daher. Im letzten Jahr schrieb das Inselmagazin “Ibiza heute” von einer Midlife-Crises. Mag sein, dass durch die Wirtschaftskrise weniger junge Leute auf die "Isla Blanca" kommen, weniger Engländer sind es offensichtlich. Die Partyflieger, vor allem aus England, spucken weniger Partyvolk aus. Ist die Karawane weiter gezogen? Gassen und Hafenkai sind dennoch mit fröhlichen Menschen bevölkert, kreischend bunt kostümierte Werbetrupps stöckeln für die Partys in den Riesenclubs durch die Gassen. Auf der Terrasse des "Angelos", der besten Gaybar der Insel vermischen sich das Gelächter und die Sprachen der Gäste wie eh und je.

Traumhafte Ausblicke auf Ibiza
Traumhafte Ausblicke auf Ibiza

Die neue Politik mag 2008 unpopulär gewesen sein und zwangsläufig zu neuem Denken geführt haben. Den Stränden hat dies nicht geschadet. Am "Playa d´Cavallet" in Salinas, im Süden der Insel findet Platz, wer Platz sucht, findet Essen, Trinken und Musik, wer dies begehrt. Das Naturschutzgebiet mit seinen Dünen, den flachen Wassern der Salinen und ihren Vögeln ist deutlich markiert, eingegrenzt und wird zumeist auch von den Liebeshungrigen Besuchern männlichen Geschlechts respektiert. Keine Rede mehr von einer Schließung oder gar dem Abriss des homosexuellen Strandasyls, namens “Chiringay”. Das Restaurant am Strand, dessen Musik für nur 10 Euro auf CD zu haben ist, kann sich über entspannte Kundschaft nicht beklagen. 

 

Letztlich versöhnt die Sonne nämlich mit allem, was sich so ändert. Und ich bin gespannt, welche Ideen sich 2010 durchsetzen werden. Die weißen Strände, das kristallklare Meerwasser,  die vielen, immer neuen Partyideen der Clubs - das alles macht Ibiza weiter zur “Isla Bonita”. Auch wenn die Schminke nicht mehr ganz so grell leuchtet.