
Partypeople auf Ibiza
Der Zauber vergangener Zeiten blüht oft noch im Privaten. Die Zeiten der riesigen Raves und Mega-Partys sind nicht vorbei, aber es kommt doch alles verhaltener daher. Im letzten Jahr schrieb das Inselmagazin “Ibiza heute” von einer Midlife-Crises. Mag sein, dass durch die Wirtschaftskrise weniger junge Leute auf die "Isla Blanca" kommen, weniger Engländer sind es offensichtlich. Die Partyflieger, vor allem aus England, spucken weniger Partyvolk aus. Ist die Karawane weiter gezogen? Gassen und Hafenkai sind dennoch mit fröhlichen Menschen bevölkert, kreischend bunt kostümierte Werbetrupps stöckeln für die Partys in den Riesenclubs durch die Gassen. Auf der Terrasse des "Angelos", der besten Gaybar der Insel vermischen sich das Gelächter und die Sprachen der Gäste wie eh und je.

Traumhafte Ausblicke auf Ibiza
Die neue Politik mag 2008 unpopulär gewesen sein und zwangsläufig zu neuem Denken geführt haben. Den Stränden hat dies nicht geschadet. Am "Playa d´Cavallet" in Salinas, im Süden der Insel findet Platz, wer Platz sucht, findet Essen, Trinken und Musik, wer dies begehrt. Das Naturschutzgebiet mit seinen Dünen, den flachen Wassern der Salinen und ihren Vögeln ist deutlich markiert, eingegrenzt und wird zumeist auch von den Liebeshungrigen Besuchern männlichen Geschlechts respektiert. Keine Rede mehr von einer Schließung oder gar dem Abriss des homosexuellen Strandasyls, namens “Chiringay”. Das Restaurant am Strand, dessen Musik für nur 10 Euro auf CD zu haben ist, kann sich über entspannte Kundschaft nicht beklagen.
Letztlich versöhnt die Sonne nämlich mit allem, was sich so ändert. Und ich bin gespannt, welche Ideen sich 2010 durchsetzen werden. Die weißen Strände, das kristallklare Meerwasser, die vielen, immer neuen Partyideen der Clubs - das alles macht Ibiza weiter zur “Isla Bonita”. Auch wenn die Schminke nicht mehr ganz so grell leuchtet.
Peter Kranz


